10 Oktober 2016

"Was wächst da eigentlich für eine narzisstische Generation heran?"

Seit ich etwa zwölf Jahre alt bin, nutze ich das Internet. Ich habe euch schon oft von diversen Seiten erzählt, von Homepages mit Seiten für meine Freunde, von denen ich heute einige noch und andere nicht mehr habe, von den Freunden, von den Seiten existiert keine mehr und das ist auch gut so. Ich eröffnete Foren und schrieb mit Bekannten und Unbekannten aus dem Internet über alle möglichen Themen, tauschte mich bis spät in die Nacht aus und das war die besondere Zeit, in der meine Internetliebe geprägt wurde, in der ich Freundschaften schloss, das Schreiben lieben lernte und schließlich kam für mich das Bloggen, irgendwann YouTube, wo ich von Zeit zu Zeit mal etwas veröffentlichte und auch die sozialen Netzwerke insbesondere Twitter (seit 2009) und später dann Instagram (seit 2012/13 etwa) und in einem Gespräch erst mit einer Kollegin und später beim Abendessen und Gin-Basil-Smash (yumyumyum) trinken mit einer meiner besten Freundinnen neulich, kamen mal wieder Gedanken auf, über die ich sehr gern mit euch spekulieren würde. Denn: Ihr alle nutzt das Internet mehr oder weniger und könnt mir bestimmt eure Erfahrungen und Gedanken dazu teilen. Aber erstmal: worum geht es hier überhaupt? Das hier wird ein ehrlicher Blick auf die Internetwelt und viel mehr noch auf mich selbst. 
Während ich das Internet täglich besuche und mein Leben wirklich ziemlich viel teile, jedenfalls empfinde ich das so, obwohl natürlich immer mehr geht und ich mich manchmal schon frage, ob das, was ich so teile, vielleicht schon zu viel ist - das alles ist bei meiner Kollegin und Freundin U. anders. Ich erzähle ihr von irgendwelchen YouTubevideos, dann sagt sie folgenden Satz, der mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht: "Was wächst da eigentlich für eine narzisstische Generation heran?" - während es für U. vollkommen unverständlich ist, wieso Leute meinen sich selbst derart darstellen zu müssen und ihr eigenes Leben so ins Internet treten müssen, poste ich meine Gedanken und mein Leben, meine Pläne im Internet und teile diese mit oft fremden Leuten. Ich tausche mich aus über Gedanken aller Art, über Freude, teile mit über 250 Personen Neuigkeiten aus meinem Leben und und und. Ich habe mir im letzten Jahr selbst einen "Riegel" davor geschoben, indem ich meine Profile privatstellte, um wenigstens selbst entscheiden zu können, mit wem ich das teile und um vielmehr meine eigenen Gefühle von "Oha, die hat so viele Follower? Das will ich auch!" zu vermeiden. Denn das ist nicht das, was ich brauche, auch wenn ich es immer noch toll finde, wenn ich sehe, wie viele Leute man über Social Media erreichen kann, während es mir auf der anderen Seite auch Angst macht und machen würde. Ich habe einen Job, bei dem ich nach wie vor nicht weiß, wie viel meines Privatlebens ich preisgeben möchte. Während dieser Blog hier öffentluch ist, sind meine Social Media Kanäle privat und das ist für mich auch gut so. Und ich habe vor allem ewig gebraucht, um zu merken, dass mir der richtige Austausch mit wenigen Leuten viel wichtiger ist, als oberflächliche Kommentare, die geschrieben werden, um eigene Follower zu bekommen. Manchmal hab ich darüber nachgedacht, wenn es mir mit 20, 21, 22, 23, 24, 25 so geht, wie es dann mit 15/16-jährigen ist, dieses ganze Thema. 

Und gleichzeitig kamen mir nach dem Gespräch mit U. mehrere Gedanken in den Kopf. Zum einen ist es der, dass ich finde, dass sie recht hat. Menschen, die gar nichts wirklich besonders gut können, werden auf einmal gefeiert wie Stars, weil sie ihr ganzes (!) Leben in die Welt treten, keine Privatsphäre mehr haben und man beginnt eine Art "Interesse" aufzubauen für Leute, die man überhaupt nicht kennt, von denen man nur die meist besonders guten Seiten des Lebens sieht. Ich weiß wie Einrichtungen der Wohnungen aussieht und ich kenne aktuelle Geschehnisse in Leben von zig Leuten, die ich nie gesehen habe und einen Großteil von denen, niemals sehen werde. Ich selber teile viel. Ich tausche mich aus. Ich poste mein Essen. Meine Basteleien. Meinen Verlobungsring. Wieso macht man das? Und da sind wir schon beim zweiten Gedanken, über den ich am gleichen Abend dann beim Abendessen mit I. sprach. "Wieso machen wir das eigentlich?" und da schaute sie mich an und sagte, das sei nun wirklich eine gute Frage. Wir sprachen lange und einigten uns auf viele Punkte: Besonders Instagram ist nicht nur Zeitvertreib, sondern auch Inspiration für uns und noch dazu gibt es die Möglichkeit Menschen kennenzulernen, die ähnliche Interessen haben. Ich persönlich habe über Accounts zu verschiedenen Themen schon viel mitgenommen und Posts gesehen und gelesen, die mir für mein eigenes Leben etwas mitgeben.
Wieso also mache ich das? Ich tausche mich mit Menschen, die ein bisschen weiter außenstehend über viele Themen aus, obwohl mir auch meine engsten Freundinnen da folgen, bekomme Anregungen, Denkansätze und besonders für meine Buchliebe hat mir Social Media schon sehr viel Freude und Lesestoff beschert. Ich selbst glaube, dass jeder, der etwas zu erzählen hat und Lust hat, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, das nutzen kann. Am meisten erhoffe ich mir selbst, dass ich mit meiner Geschichte und meinem Weg anderen Leuten zeigen kann, wie es eben auch geht und was das Leben für mich und damit vielleicht auch für sie bereithält. Dabei nehme ich aber genau so gerne an dem Leben der anderen Teil. Dieses Instagramding ist für mich in etwa damit zu vergleichen, dass ich mir eine kleine AirBnb-Unterkunft miete und in einem anderen Leben bin und einen Einblick darin bekomme, wie jemand lebt und das inspiriert mich sehr.

Riskant wird es dann, wenn man anfängt, sich zu vergleichen, sich unter Druck zu setzen, was andere alles erreichen, wie viel toller das ein oder andere Leben da zu sein scheint. Wenn es so weit ist, dann nehme ich mir persönlich eine kleine Auszeit, blättere durch eines meiner liebsten Sachbücher, das mir immer wieder Freude macht, nämlich "Ich bin dann  mal offline" von Christoph Koch und fokussiere auf das, was mein eigenes Leben und was mir wichtig ist. Ich mache mir klar, dass Social Media nicht unbedingt die Realität darstellt, denn das, was die Leute nicht sehen, sind Sorgen, die ich mit meinen engen Menschen teile; Gedanken, für die es im Internet für mich nur wenig Platz gibt, aber auch den räume ich mir manchmal ein, denn das Leben ist garantiert nicht (immer) perfekt. Diesen gewissen Abstand muss man glaube ich erst lernen und der ist so wichtig, denn wenn man sich mit Social Media beschäftigt, dann birgt das nun mal auch Gefahren, aber ich glaube nicht, dass ich Selbstverliebt bin, nur weil ich es mag, Leuten von mir und meinem Leben zu erzählen oder mich auszutauschen. Für mich gehört dieser "andere" Blick auf mich selbst dazu, der es mit sich bringt, mein Glück oder auch mal Unglück mit Menschen zu teilen, die mir in vielen Situationen helfen können, auch wenn sie eben nicht die Freundin sind, die ich mal eben auf einen Kaffee einlade. Und zu meinem Glück sind auch genau diese Freunde ein bisschen in "meinen" sozialen Medien dabei.

Trotzdem macht es mir Angst, wenn die 16-jährige Bekannte mir auf die Frage, was sie mal werden möchte, antwortet, dass ihr größter Traum ist ein "YouTube-Star" zu sein. Denn so weit hergeholt sind die Gedanken nicht, die die Jugend hat. Es wird heutzutage nach wie vor unterschätzt, was da für Arbeit hintersteckt und auch, was persönlich aufgegeben wird, wenn man von 0 auf 100 ein "Star" wird, aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Alles in allem: Ich denke, dass Soziale Medien gewissenhaft genutzt den eigenen Blick erweitern können. Dafür muss ich mir keine Videos ansehen, wo Menschen in Schleim baden oder Pranks, die ich aber auch mal ganz unterhaltend finde, aber das ist es eben das "Fernsehen von heute" und an anderen Tagen ist dann wieder Platz für eine Doku mit dem Titel "Die Nordsee von oben", die dann eben auch richtig und wichtig ist. So wie im wahren Leben ist mir die bunte Mischung im Internet wichtig. Ich habe Menschen "getroffen", die mir so sehr helfen konnten, weil sie ähnliche Dinge erlebt und Interessen haben, die in die gleiche Richtung gehen. Es ist genau so wichtig, den Blick auf das wahre Leben zu richten, aber solange mich das Internet und die Sozialen Medien bereichern, bin ich darüber einfach erstmal glücklich.

Mich interessiert jetzt vor allem eure Meinung: Wie entscheidet ihr, was ihr im Internet teilt und was nicht? Was haltet ihr generell von der Nutzung von Sozialen Medien? Welche Gefahren seht ihr?
Ich freue mich so riesig über einen Austausch, möge er noch so klein sein. <3

Ich habe monatelang immer wieder an diesem Text gearbeitet und ziehe jetzt einen Schlussstrich und zeige ihn euch. Ich freue mich sehr auf eure Gedanken.
Von Herzen, eure Clara
MerkenMerken
10 Kommentare
  1. Ahh wie nervig, jetzt habe ich gerade einen halben Roman geschrieben und dadnn ist mir beim Abschicken das Internet abgestuerzt. Naja, also noch mal!
    Dein Blogpost trifft bei mir gerade einen Nerv, weil das Thema 'was teile ich in den Sozialen Medien, stelle ich sie auf privat, findet man meine verschiedenen Accounts wenn man bei Google sucht' total aktuell ist im Hinblick auf meinen neuen Job, wo ich wieder mit jugendlichen KlientInnen zu tun habe, die diese Accounts nicht finden sollten. Nicht, weil ich da irgendwas poste, was mir peinlich sein sollte - da habe ich glaube ich ein ganz gutes Auge, aber es ist schon teilweise persoenlich. Gerade Twitter kann ein tolles Ventil sein, wo auch eigentlich immer von irgendjemandem was zurueck kommt - seit es Zuspruch, Trost, Glueckwuensche oder Ratschlaege. Das ist die tolle Seite an sozialen Medien. Gefaehrlich wird es in der Tat dann, wenn die Selbstdarstellung ueberhand nimmt und es nicht mehr um Ehrlichkeit und Freude beim Posten geht, sondern darum, was wohl am meisten Aufmerksamkeit/Neid erregt und Follower anzieht. An diesem Punkt war ich zum Glueck schon lange nicht mehr, nicht mal bei meinem Blog, da macht es mir momentan einfach nur Spass zu schreiben. Waere da nicht das Problem mit dem privat/nicht privat einstellen, da bin ich wie gesagt gerade noch zwiegespalten.. Vielleicht inspiriert mich dein Blogpost dazu, einen eigenen zu schreiben, ich hab da ein paar Ideen.
    Das Buch "Ich bin dann mal offline" kenne ich gar nicht, aber ich glaube das werde ich mir mal anschauen. Davon abgesehen moechte ich naechstes Jahr zehn Tage auf dem Jakobsweg laufen und mein Plan ist es, mein Handy komplett zuhause zu lassen, so dass ich nirgends Zugang zu Internet oder Telefon habe. Das Traurige ist, dass es mir echt schwer fallen wird, aber gerade deshalb ist es wahrscheinlich richtig.

    AntwortenLöschen
  2. Oh vielen lieben Dank zu deinem tollen Kommentar zu meinem Problemzonentag :) Ja ich finde, man sollte sich selbst mögen, sonst bringt das ganze Leben ja nichts ;) Und freut mich, dass dir die Bilder gefallen, die schon zum Teil ziemlich alt sind xD

    Toller und vor allem nachdenklicher Post! Ist schon krass, dass wir eigentlich wirklich täglich das Internet benutzen, uns ein Leben ohne gar nicht mehr vorstellen können. Und so wie dir erging es auch mir. Mit ca. 12 Jahren find es auch bei mir an am PC meines Papas für 1 Stunde am Tag :D

    Mein Instagram und Facebook habe ich auch so gut es geht privat gestellt. Möchte auch gar nicht so viele Kanäle (youtube,snapchat, twitter, etc) haben, weil mich das noch viel mehr abhalten würde "normales" zu unternehmen. Weil in gewisser Weise kann man davon ja auch süchtig werden...
    Eine Freundin von mir, die nichts von meinem Blog weiß, findet es auch komisch, deshalb traue ich mir auch nicht zu sagen, dass ich einen habe xD Wobei ich ja echt versuche nicht allzu viel Privates hinauszuposaunen.

    Mir gefällt auch das Kennenlernen und auch zum Beispiel so Zusammenschlüsse wie unser #Buchliebenetz :P Aber man sollte eben die Realität nie vergessen und die echten Freunde benachteiligen.
    Über Instagram kann man sich ja auch streiten, weil vieles einfach unrealistisch rübergebracht wird und verschönert wird.

    Youtubestar klingt auch wirklich verlockend als Beruf. Klingt chillig, man bekommt viel Geschenkt oder eben Geld für Videos. Wird auf coole Events eingeladen etc. Hat aber mit Sicherheit auch seine Schattenseiten!

    AntwortenLöschen
  3. Ein toller Beitrag ;). Warum blogge ich und teile mein Leben auf sozialen Netzwerken? Mein Antrieb ist da ähnlich wie bei dir, der erste Grund ist, dass es einfach Spaß macht bzw. ich Spaß daran habe, aber auch deshalb, weil ich das ganze nicht so ernst nehme und jetzt nicht 24 Stunden darüber nachdenken, wie viele Follower ich habe. Ansonsten blogge ich, weil ich über dieses Medium meine Leidenschaft ausleben kann, denn ich habe einfach schon immer gerne geschrieben und würde auch super gerne als Journalistin arbeiten, der Blog ist da natürlich das perfekte Medium, wo ich dieses Hobby ausleben kann. Aber einer der wichtigsten Gründ ist, dass ich Menschen mit ähnlichen Interessen kennenlerne. Ich bin so früh, über den Austausch und die Menschen, die ich dabei kennenlernen durfte. Und ja, dabei sind auch Freundschafte entstanden. Jana habe ich ja vor kurzem getroffen und es war echt ein toller Tag und wir haben uns sofort super verstanden, sodass ich sie demnächst Besuche und wir uns regelmäßig treffen möchten. Es ist einfach schön, Menschen kennen zu lernen, mit denen man so viele Interessen teilt, denn in meinem Freundeskreis bloggt sonst keiner (klar meine Freunde unterstützen mich und haben Verständnis, aber richtig darüber austauschen kann ich mich mit ihnen natürlich nicht, da würde ich sie wohl irgendwann auch nerven), dazu bin ich der einzige Serienjunkie und die Liebe zu Büchern teile ich eher mit vielen meiner Bloggerkollegen.

    Wie überlege ich was ich teile? Das finde ich persönlich gar nicht so leicht, da musste ich ja schon negative Erfahrungen machen, wodurch ich nun auch viel intensiver darüber nachdenke, was online kommt und was nicht. Generell vertraue ich da auf mein Bauchgefühl, jedoch hinterfrage ich mich auch in der Form, dass ich darüber nachdenken, ob ich damit leben könnte, dass es Freunde und auch Unbekannte lesen. Da ich ja eher über leichtere Dinge bloggen, genau aus dem Grund weil ich negative Erfahrungen gemacht habe, kann ich das doch sehr oft bejahen. Nur bei den Outfitpost, wenn ich Erfahrungen teile überlege ich intensiver, weil es einfach da einige Dinge gibt, die haben nichts im Netz zu suchen. Da ziehe ich dann ganz klar eine Grenze, denn manche Erfahrungen und Geschehnisse sollten dann einfach Privat bleiben, vor allem auch dann wenn sie noch andere Menschen betreffen.

    Welche Gefahren sehe ich? Das viele sich von dem falschen Bild, das über die Medien vermittelt wird: nämlich das perfekte Leben, sich blenden lassen und glauben, dass sei echt. Man merkt das ja an vielen Jugendlichen, die den großen Instagram Stars und Youtubern nacheifern und genau so ein Leben haben möchte, ohne zu wissen, dass die meisten Bilder gestellt sind. Das finde ich immer schade, deshalb plädiere ich ja für mehr Echtheit in den sozialen Netzwerken und hoffe, dass es da irgendwann mal eine Trendwende geben wird. Auch das nun jeder Youtube Star werden möchte finde ich nicht gut, denn die Medien vermitteln oftmals das Bild, als wäre das ein richtiger Beruf und jeder könnte ihn machen, ohne zu zeigen, wie viel Arbeit dahinter steckt. Zumal es heute auch verdammt schwer ist überhaupt so groß zu werden, dass man davon leben kann. Das schaffen nur ganz Wenige und das sollte man auch realistisch zeigen. Ein Beruf ist es ja schon mal gar nicht. Es ist natürlich gerade Trend, aber irgendwann ist der Hype vielleicht vorbei und dann steht man ohne richtige Ausbildung da.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Und ganz vergessen natürlich ist eine große Gefahr auch die Thematik Cyber Mobbing, je mehr man von sich preis gibt, umso mehr macht man sich angreifbar und das nutzen manche Menschen natürlich. Über sowas sollte man sich auch vorher Gedanken machen, bevor man anfängt etwas auf Youtube zu posten, dort ist das ja wirklich gang und gebe. Kommentare auf Blogs sind dagegen echt noch harmlos, aber was man teilweise unter manchen Youtube Videos liest ist schon krass und ich denke da muss man sich vorher auch fragen, ob man damit wirklich umgehen kann.

      Löschen
  4. Toller Beitrag, liebste Clara! Sehr schöne Denkanstöße und eine differenzierte Sicht auf die Dinge. Ich finde, dass du dich so mit dem Thema auseinandersetzt zeigt schon, dass du eine gesunde Einstellung dazu hast, dir dessen bewusst bist was du tust und nicht tust, was du teilen willst und was nicht. Wir haben uns ja schon persönlich zu dem Thema ausgetauscht ;-) und ich finde, solange man sich auch mal bewusst vor Augen führt was man da tut und was einem das eigentlich gibt, solange man sich selbst reflektiert, ist alles in einem gesunden Maße völlig in Ordnung. Aber was sind die neuen Ideale von heute 15-jährigen? Vor 10 Jahre, als ich so alt war, habe ich in Freundschaftsbücher geschrieben dass ich Sängerin oder Stewardess werden will. Sogar Mode-Verkäuferin war einer meiner Berufswünsche. Und heute verfolgen Teenies ein Ziel, YouTube Star zu werden? Manchmal finde ich das erschreckend, gleichzeitig ist es vielleicht sogar normal!? Man kann nur hoffe dass die jungen Menschen noch dazulernen bis sie wirklich entscheiden wie ihre Zukunft aussehen soll. Dass sie merken, was im Leben wirklich erstrebenswert ist. Und dass es eben nicht das höchste Glück der Welt sein kann, sein komplettes Leben mit Millionen von Menschen zu teilen, sich rein äußerlich immer weiter optimieren zu wollen um auch möglichst vielen Menschen zu gefallen. Dieses ganze "Schmink dich so, kleide dich so, iss dies und das" ist erschreckend und oberflächlich, gehört aber genauso zu unserer Generation dazu und macht ja zum Teil auch Spaß. Ich merke jedenfalls, dass dein Text mich sehr zum Nachdenken angeregt hat :) Danke dafür! Und danke auch für den immer wieder persönlichen Austausch mit dir, der mir so viel gibt :*
    Gelungener Vergleich mit Airbnb übrigens in deinem Post.
    Fühl dich geherzt, deine Bella!

    AntwortenLöschen
  5. Hallo mein liebes Mäuschen,

    der Beitrag ist dir wirklich, wirklich, wirklich sehr gelungen. Insgesamt glaube ich dass wir eine relativ ähnliche Sicht auf die Dinge haben.

    Als ich mit diesem Internet angefangen habe, musste man sich noch über ein pfeifendes Modem einwählen - ich denke die Jugend von heute weiß das heute nicht mehr, was es für uns damals bedeutet hat ins Internet zu gehen. Ständig der Stress mit den Eltern, man möge doch bitte die Leitung frei machen. :) Dann gab es auch die Phasen, da hatten wir immer wechselnde Internt-Einwähl-Anbieter - je nachdem zu welcher Uhrzeit man ins Netz wollte. :D Unvorstellbar!

    Warum mache ich das alles heute noch?
    Zum einen, ist es relativ unmöglich den Klauen des Internets zu entkommen. Zum anderen habe ich gerade durch das Bloggen und Twitter festgestellt, was für spannende Menschen es auf der Welt gibt. Menschen, die Parallelen zu mir haben, bei denen ich mich verstanden fühle. Menschen, mit denen man Erfahrungen austauschen kann. Menschen, die manchmal einfach fucking 600 km weg wohnen - die man ohne Internet nicht gefunden hätte und mit denen das Kontakt halten oder den Kontakt zu intensivieren gar nicht so einfach wäre.
    An dieser Stelle - DANKE INTERNET, dass wir beide - du meine liebste Clara und ich - zueinander gefunden haben.
    Wenn ich heute auf das gebloggte und auf meinen Instagram Feed zurück blicke, merke ich einfach, dass ich viele Erfahrung und schöne Momente dadurch konservieren konnte. Das ist wunderbar.
    Auf der anderen Seite, hat das ganze Internet natürlich auch seine Schattenseiten und da ist wohl genau dieser geschärfte Blick, wie du ihn in deinem Beitrag dargestellt hast, genau das richtige. Nämlich auch mal das Handy aus der Hand legen, das Internet abschalten, sich genau zu fragen warum man dieses oder jenes nun postet. Einfach bewusst damit umgehen.
    Leider wird dieser bewusste Umgang in der nachfolgenden Generation eher fehlen. Ich denke man kann aber zumindest dafür sorgen, dass es im privaten Umfeld, bei Nichten, Neffen und eigenen Kindern nicht so wird und dass man ihnen frühzeitig das Schöne aber auch das Gefährlich am Internet zeigt.

    Insgesamt glaube ich, dass du und wir das alle schon ganz richtig machen, indem wir das ganze zwischendurch einfach mal hinterfragen und mit anderen Augen betrachten.

    Ich glaube auch dieses Thema Neid, was Follower angeht, oder so Neid auf super tolle Ausschnitte aus Wohnungen und und und ist eben auch eine Sache für sich - da ist es wichtig sich vor Augen zu rufen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt und man oft das Leid dahinter oder das Chaos am Bildrand nicht sehen kann.

    Und am Ende muss ich sagen, dass mir das Internet in den letzten paar Jahren wirklich einige wunderbare Menschen ins Leben gespült hat und außerdem auch meinen Blick auf mich selbst geschärft hat! Ich bin selbst-reflektierter geworden und ich glaube, dass das für mich eine gute Entwicklung war! <3

    Mach weiter so und teile auch weiterhin deine schönen Momente <3
    Ich hab dich lieb und bin froh, dass ich dich in meinem Leben habe!

    AntwortenLöschen
  6. Ich denke mit meinem Blog gebe ich genug Preis und ich entscheide selbst in wieweit. Von YouTube halte ich weiterhin nichts, schaue mir zwar einige Channel an, aber viele sind mir einfach zu nervig... Für DIY und Rezepte schaue ich aber gern da nach... ich denke Facebook ist auch überholt und ich habe soweit auch alles auf privat gestellt. ;) Ein sehr schöner Beitrag!
    Liebe Grüße
    Franzi

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Clara,
    einen sehr tollen, sehr durchdachten Beitrag hast du da verfasst :) Irgendwie finde ich, dass die Gefahr der sozialen Medien jetzt schon gar nicht mehr die Frage ist wie viel man teilt, da es so normal geworden ist den ganzen Alltag zu teilen, sondern eher das Problem sich selber nicht zu verlieren. Man bekommt von so vielen Menschen ihr Leben vorgesetzt, dass es glaub ich immer schwerer wird sich eine eigene Meinung zu bilden. Ein Trend jagt den nächsten, sei es nun Essen, Klamotten oder was auch immer. Das alles biete natürlich auch ungemein viel Inspiration aber ich finde manchmal ist es schwer abzuwägen ob man etwas tatsächlich toll findet, weil man das selber so entschieden hat, oder weil einem immer und immer wieder gezeigt wird wie toll das ist. Vor allem, da einem ja meistens überall auch nur das tolle gezeigt wird, Schattenseiten lassen sich mit einem Filter super verstecken. Aber trotzdem mag ich das Internet :) Ich habe so viele tolle Menschen kennengelernt und es eröffnet so viel Inspiration. Das Wichtigste bei alldem ist glaub ich unser Umfeld im realen Leben. Ich bin froh, dass meine Freunde sich immer noch dafür interessieren was in meinem Leben passiert, auch wenn sie manches dann vielleicht schon von Instagram & co. Wissen. Und ich bin auch froh, dass ich es schaffe auch Zeit ohne Handy zu verbringen und schöne Momente ganz einfach für mich zu erleben ohne sie teilen zu müssen :) Das Wichtigste ist wie bei allem die richtige Balance und die muss jeder für sich selber finden.

    Fühl dich gedrückt!
    Lea

    AntwortenLöschen
  8. Es gibt viele Dinge, die ich im Internet teile und andere wiederum nicht. Ich denke ich habe da eine ganz gute Balance gefunden aus Erzählen und Privathalten.
    Ich finde es aber auch manchmal etwas traurig, wie sich manche im Internet darstellen und wie sie dafür gefeiert werden! Bei manchen fragt man sich dann auch manchmal, wie viel Hirn die dann wirklich besitzen...
    Aber ich denke, ich bin auch schon etwas "älter" und vernünftiger. Meine Cousinen sind jetzt 14 und gerade 17 geworden und die haben sich im Internet auch schon ganz anders dargestellt... auf solche Ideen wäre ich jetzt nie gekommen...
    Das Internet hat schon viele positive Seiten, aber eben auch seine negativen...

    AntwortenLöschen
  9. Kann den anderen nur zustimmen, wirklich schöner ausgeklügelter Beitrag!
    Lässt sich fast wie eine Kolumne lesen :D

    Ich bin 17 Jahre alt und auch schon eine gefühlte Ewigkeit im Netz unterwegs.
    Da ich etwas paranoid bin habe ich aber immer schon sehr darauf Acht gegeben,
    was ich preisgebe und was nicht.

    Genauso wie du, konnte ich im Internet ebenfalls tolle Leute kennenlernen.

    Mir wird das Internet manchmal zu viel belächelt, da es auf jeden Fall auch
    in der Erziehung eine Rolle spielen sollte. Ich kann es nicht nachvollziehen
    wenn Eltern ihre Kinder 24 Stunden am Tag unbeaufsichtigt am Smartphone lassen.
    Natürlich kann und soll man nicht alles kontrollieren, aber man kann auch das Internet in die Erziehung integrieren. Wissen teilen, Warnungen aussprechen und auch dadurch Verantwortung geben. Über Erziehung für ein gutes Medienverständnis sollten sich mehr Leute einen Kopf machen.

    Facebook hat sich, finde ich, ganz schlimm entwickelt, weswegen ich es auch schon seit Langem gelöscht habe. Und bei YouTube sieht die Entwicklung ja auch nicht gerade rosig aus ^^

    Um noch auf den Narzismus einzugehen:
    Ich schätze es ist menschlich viel Anerkennung haben zu wollen. Der Großteil will einfach nur Bestätigung in der Gemeinschaft, weil er in der Identitätsfrage unsicher ist.

    Alles Liebe, May von Mayanamo

    AntwortenLöschen